Immer freundlich bleiben.

July 22, 2018

AHIMSA. Gewaltlosigkeit.

 

In meinem letzten Text schrieb ich über Samtosa / Genügsamkeit / Zufriedenheit, die in der vollen Weite nicht von einen auf den anderen Tag erreichbar ist, aber mit einer soliden Dankbarkeitspraxis eine innere Ruhe und eine Zufriedenheit in dem zu finden, was ist. Also irgendwie doch Genügsamkeit und Zufriedenheit.

 

Ein weiterer Pfeiler des 8-gliedrigen-Yogapfades ist Yama - Selbstkontrolle. Wie behandle ich meine Umwelt.

Heute soll es um Ahimsa / Gewaltlosigkeit gehen, die Abwesenheit von Gewalt. Bei diesen Worten springen einem sofort Beispiele in den Kopf: keine körperliche Gewalt ausüben, niemanden schlagen, niemanden umbringen, auch keine Tiere. Nicht grausam sein.

Mit diesen Assoziationen sind sofort Bilder im Kopf

 

und wenn man genau hin fühlt, spürt man auch eine gewisse Beklemmung. Statt die positiven Aspekte zu finden, stehen die grausamen, gewalttätigen vor dem inneren Auge. Ich finde das sehr spannend. Ist es nicht in unserem Leben auch so, dass wir eher die negativen Dinge sehen? Immer die düstere Seite zuerst beleuchten? Immer zuerst die Angst spüren statt die Chance?

 

Eigentlich geht es hierbei um Freundlichkeit, Zugewandtheit, Rücksichtnahme, Mitgefühl – also sehr positive schöne Dinge. Diese Gewaltlosigkeit soll in Gedanken, Worten und Taten praktiziert werden.

Wenn ich mich auf diese Dinge konzentriere, geht es mir eigentlich sofort besser. Diese Worte, die Assoziationen bewegen etwas, das gut ist, von dem mehr kommen würde. Keine destruktiven Gedanken, keine Bewertungen der Menschen um mich herum, keine bösen, verletzenden Worte.

 

 

Für mich ist diese Abwesenheit von Gewalt etwas, das nicht nur meine Umgebung verändert. Wenn ich mich darin übe, freundlich, zugewandt und mitfühlend zu sein, spürt meine Umgebung das. Ich beginne bei meinen Gedanken, richte sie auf das Gute, die Liebe und die Güte. Versuche meinen Gegenüber als atmendes Wesen zu erkennen statt die Zicke oder den Blödmann, den ich sonst gesehen hätte. Ich wähle meine Worte mit Bedacht, spreche nicht schlecht über andere, bemühe mich in meinen Beziehungen gewaltfrei, liebevoll oder zumindest neutral zu sprechen, und übe mich in Mitgefühl.

Man kann dies auch auf unsere Ernährung beziehen. Nicht-Töten. Also keine Lebewesen essen. Wenn ich ein Lebewesen nicht selber töten könnte, sollte ich es auch nicht verspeisen, nur weil mir dieser entscheidende Schritt abgenommen wurde.

 

Was passiert in einem, wenn man diese Dinge übt?

Ich habe bei mir im Verlauf der Zeit und des Übens beobachtet, dass es mir immer schwerer fiel, schlecht mit mir selber zu sprechen, mich zu verurteilen, mich innerlich zu beschimpfen (ja, das ist öfters vorgekommen, als mir lieb ist). Ich konnte mich nicht bemühen, andere durch liebende, nachsichtige Augen zu betrachten und mich selber wie ein wertloses Ding behandeln. Durch die Mühe, für andere Verständnis und Mitgefühl aufzubringen, zu sehen, in was für einem inneren Konflikt oder in was für Umständen sie sich befinden, änderte sich der Blick auf mich selbst. Ich konnte mir selbst verzeihen, nicht perfekt zu sein, konnte erkennen, was für ein Wunder mein Körper ist, konnte meine Not und meine Trauer sehen. Und plötzlich war auch ich ein atmendes, liebendes Wesen, mit allen Stärken und Schwächen, die es mit sich bringt, Mensch zu sein. Ich konnte endlich Frieden schließen mit dem, was war, und dem, was ist. In diesem Moment erfüllte mich eine Liebe und ein Frieden, den ich jedem Menschen wünsche.

 

 

be softer with you.

you are a breathing thing.

a memory to someone.

a home to a life.

 

nayyirah waheed

 

 

Dieses Gefühl versuche ich bei meinem Yogakursen in Murnau und Riegsee zu vermitteln. Ich wünsche mir, dass jeder dieses Gefühl, diesen Frieden kennenlernt. Es ist unser eigentlicher Zustand. Und nicht das, was unser Ego uns weis machen will.

 

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Rest-Sonntag.

 

Namasté

Charlotte

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