Plastik Planet

April 15, 2018

Ich bin tief verbunden mit unseren Ozeanen, seit ich denken kann. In meinem vorherigen Leben war ich ein Meerestier, glaube ich. Seit einigen Jahren beobachte ich mit Sorge, was wir Menschen mit unserem Planeten tun.

Ein großer Teil hiervon ist die Plastikverschmutzung unserer Meere. Wenn man damit beginnt, sich hiermit auseinander zu setzen, fühlt man sich schnell tief betroffen und völlig überwältigt in Anbetracht der Größenausmaße der Plastikverschmutzung. So wird jede Minute eine Tonne Plastik in die Meere gekippt. Ein bewegender Film hierzu ist Plastic Ocean, den man z.B. auf Netflix ansehen kann.
Plastik kann nicht abgebaut werden. Es zerfällt in immer kleinere Teile und wird irgendwann zu Mikroplastik. Das sind Partikel, die unter 5mm Durchmesser haben. Viele Menschen benutzen diese auch im Alltag, z.B. in Gesichtspeelings, Zahnpasten, etc.. und spülen diese in das Abwassersystem. Dieses Plastik kann nicht von unseren Kläranlagen gefiltert werden, weil es so klein ist, und findet so den Weg in unsere Meere.

Diese kleinsten Partikel werden von Lebewesen gefressen, die es mit Plankton verwechseln. Es wurden sogar schon kleinste Partikel in Plankton gefunden. Über unsere Nahrungskette nehmen wir letztlich dieses Plastik wieder auf, wenn wir Meeresfrüchte und Fisch essen. Unabhängig davon sterben Meerestiere elendig an den Plastikmengen, die sie fressen – von Fischen über Wale bis hin zu Vögeln.

 

Was können wir also dagegen tun?

Jeder kann etwas tun. Es beginnt mit den kleinen alltäglichen Entscheidungen: eigene Beutel mit zum Einkaufen nehmen und keine Plastiktüten mehr benutzen. Keine Einwegplastikflaschen mehr kaufen, sondern entweder Glas kaufen oder eine eigene (nicht Plastik - ) Trinkflasche dabei haben. Keine Coffee-to-go Pappbecher mit Plastikdeckel annehmen, sondern entweder vor Ort aus einer Tasse trinken oder einen eigenen Kaffeebecher mitnehmen. Ich habe z.B. einen KeepCup, den meine Schwester mir geschenkt hat. Meiner ist zwar auch aus Plastik, aber ich habe ihn geschenkt bekommen und nutze ihn solange er hält. Noch schlimmer als Plastik haben, ist Plastik wegwerfen, das noch nutzbar ist. Der KeepCup wird in den Coffeeshops aufgefüllt und oft bekommt man sogar noch Rabatt dafür. Man kann auch bitten, keine Strohhalme aus Plastik mehr zu seinen Getränken zu bekommen, usw. Die Liste ist wahnsinnig lang.

 

 

Wenn man zweifelt, ob diese kleinen Dinge überhaupt einen Unterschied machen, habe ich ein tolles Zitat für Euch: „Was soll die eine Plastikflasche denn für einen Unterschied machen?“ fragten sich 7 Milliarden Menschen.

Wenn ich am Meer oder in der Natur unterwegs bin, sammle ich Plastikmüll auf. Jedes Stück Plastik, was nicht in unseren Seen, Flüssen und Meeren landet, ist wertvoll. Natürlich werde ich von so manchem etwas argwöhnisch oder belustigt beobachtet, aber es lohnt sich.

Auf dem Bild sieht man das Ergebnis von einem 10 minütigen Strandspaziergang.

 

 

Ich war dieses Wochenende auf einer Fortbildung. Ich wollte gerne um 19:03Uhr bei Balzac Coffee einen Kurkuma-Latte trinken. Die Verkäuferin sagte mir allen Ernstes, dass sie mir um diese Uhrzeit kein Getränk mehr im Becher verkaufen kann. Ich müsse einen Pappbecher nehmen, auch wenn ich im Café bliebe. Das sei nun Vorschrift, weil sie ja bald schließen würden.

Ich war fassungslos. Auf all meine Fragen und meine offensichtliche Empörung sagte sie, dass sie da nichts für könne, das sei Vorschrift. Als ich sagte, dass ich das nicht will, und gehen würde, lenkte sie ein. Sie bat mich aber ausdrücklich, nicht zu verraten, dass sie mir ein Glas gegeben habe.

 

In was für einer Welt leben wir eigentlich? Dass eine Coffeeshop Kette ab 30 Minuten vor Ladenschluß keine Getränke mehr in Gläsern und Porzellan ausschenkt? Wofür denn? Dass sie nicht mehr abwaschen müssen? Dass es sich keiner mehr gemütlich macht? Wahnsinn.

 

Ich kann Euch nur ermutigen, standhaft zu bleiben und Euch nicht zwingen zu lassen, Einmalartikel mit Plastik (ja, auch Pappbecher sind innen mit Plastik beschichtet!) zu nutzen.

 

In Murnau gibt es zum Beispiel ein Café, das einem 40 Cent Rabatt auf Heissgetränke gibt, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt.

Zusätzlich gibt es hier sogar einen Bioladen, der begonnen hat, Unverpacktes zu verkaufen (Nüsse, Haferflocken, etc.). Es gibt noch nicht alles, aber es ist ein Anfang.

 

Habt einen feinen Tag =)

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