Mein erstes Yogaretreat

April 4, 2018

 

Letzten Oktober war ich das erste Mal auf einem Yogaretreat. Veranstaltet wurde es von meiner Lehrerin Cherryl Duncan auf Amorgos, einer bezaubernden griechischen Insel in der Nähe von Naxos. Jeden Tag standen insgesamt vier Stunden Yoga auf dem Plan, inkl. Meditation, Vinyasa Yoga, Yin Yoga und sogar AcroYoga. Ich hätte mir zu Beginn nie träumen lassen, was in dieser Woche alles passieren würde. 

 

Als ich im Vorfeld auf die Facebook Seite des AcroYoga Lehrers Damian Senior surfte, war ich ein wenig erschrocken. Die Partner-Posen auf den Fotos erinnerten mich an Zirkusartisten und etwas in mir blockte sofort ab: das kann ich eh nicht. Also versuche ich es auch nicht.....lieber würde ich mehr Zeit mit den mir bekannten Yogastilen verbringen oder mal an den Strand gehen. So eindeutig, wie sich das hier lesen lässt, fühlte es sich damals nicht an: Ich wollte unbedingt in meiner Komfortzone bleiben.

 

Die Komfortzone ist ein Platz, den jeder kennt und der zutiefst persönlich ist. Es gibt Komfortzonen, in denen wir uns wohl fühlen, in denen wir jedes kleine Detail kennen und nichts ändern möchten. Die negativen Komfortzonen gibt es aber ebenso - sowohl im beruflichen als auch in Beziehungen. Lieber verbleibt man in einem negativen Umfeld, das man kennt, als das Unbekannte zu wagen.  Das ist menschlich. Wenn man an den Rand der eigenen Komfortzone kommt, regen sich in einem viele Gefühle: Angst, Scheu, Scham, Abwehr. Wenn man sich aber aus seiner Komfortzone wagt und diese negativen Gefühle überwindet, passieren wundervolle Dinge.

 

In dieser Woche trafen sehr unterschiedliche Menschen mit ihren eigenen Geschichten aufeinander und verbrachten sehr viel Zeit zusammen. Man konnte über den Tellerrand sehen und sich einlassen auf interessante Gespräche, Musizieren, Miteinander und Vertrauen.

 

So unterschiedlich wir alle waren, so wunderbar war es auch. Als wir gemeinsam die erste AcroYoga Stunde besuchten, waren wir – jeder auf seine Weise – zurückhaltend. Der Eine, weil er ängstlich war und sich das Akrobatische nicht zutraute. Die Andere, weil sie dachte, sie sei zu schwer, um zu fliegen.  Der Lehrer Damien  holte jeden dort ab, wo er war, und ermöglichte jedem eine einzigartige, großartige Erfahrung. Man könnte diese Stunde als teambildende Maßnahme oder auch Vertrauensbildung bezeichnen, so machtvoll war die Erfahrung, sich auf seinen Partner/seine Partnerin zu verlassen und das Vertrauen zu haben, sie werden einen nicht fallen lassen. Großartig.

 

 

Ebenso intensiv war für mich die Prüfungsstunde zur Yogalehrerin. Ich hatte vor der Prüfungssituation solche Angst, dass ich in der Nacht zuvor träumte, ich hätte mich zur falschen Facharztprüfung angemeldet und es erst 20 Minuten vorher gemerkt. Ausgerechnet Allgemeinmedizin und dabei kann ich ja nicht mal ein EKG anständig auswerten. Ich erwachte und lag quer in meinem Doppelbett – die Füße auf der Einen und der Kopf auf der anderen Seite. Puh. Die Stunde lief dann aber gut. Ich war beeindruckt über die Energie im Raum und das Positive, was „meine“ Schüler mir zurück gaben. 

 

Diese Woche war so intensiv und so wunderbar, wahrscheinlich gerade weil ich mich aus meiner Komfortzone herausgewagt habe. 

 

The comfort zone is a beautiful place but nothing ever grows there. Unknown.

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